Trendwende?

Warum Low Carb wirkt, aber keine gute Idee ist

„Low Carb“ ist für viele Menschen ein Synonym für „ernährungsbewusst“ – aber ist das richtig?

Kohlenhydratarme Ernährung wird von Fans oft als besonders gesund und effektiv in Sachen Gewichtsverlust angepriesen. Wie bei jeder Trend-Diät gibt es aber viele Gegenstimmen und -argumente.

Kritik an Low Carb
Viele Mythen ranken sich um das Abnehmen mit Low Carb: von entzündungshemmender Wirkung bis hin zur Besserung von schweren Depressionen. Diejenigen, die’s gut finden, sind absolut begeistert und schwören auf Low Carb. Die noch extremere Form der Ernährungsweise ist die Ketogene Ernährung, bei der noch weniger bis zu gar keine Kohlenhydrate verzehrt werden und extra Fett gegessen wird.

Durch die drastische Umstellung der Ernährung auf Low Carb soll der Körper dazu gebracht werden, statt Kohlenhydrate Fett als Energie zu verbrennen. Das tut er laut Experten auch – es bleibt ihm schließlich nichts anderes übrig, wenn ihm keine Kohlenhydrate zugeführt werden. Kohlenhydrate sollen aber immer und auch nach jahrelanger Low-Carb-Ernährung die präferierten Brennstoffe bleiben, dem Körper "fehlen" die Kohlenhydrate. Dazu gesellt sich das Argument, dass Kohlenhydrate die besten Ballaststoff-Lieferanten sind und Ballaststoffe seien für eine geregelte Verdauung unerlässlich. Die wenigen Ballaststoffe, die durch Low-Carb-Ernährung aufgenommen werden, sollen nicht reichen, um ein optimales Funktionieren des Körpers zu gewährleisten.

Darüber hinaus muss man laut Ernährungsexperten auch klare Unterschiede bei Kohlenhydraten machen, wie sie die Low-Carb-Anhänger meist nicht machen. Eine Semmel ist natürlich eine schlechtere Wahl als eine Portion Vollkornbrot. Ein Teller Nudeln ist ungesünder als ein Teller Kartoffeln. Wer gesündere und komplexere Kohlenhydrate bevorzugt, soll in jedem Fall besser bzw. gesünder aussteigen. Diese "guten" Kohlenhydrate enthalten auch viele sehr wichtige Vitamine und Mineralstoffe, die in einer vollwertigen Ernährung nicht fehlen sollten.

Weitere Sorgen bereitet vielen Ärzten und anderen Gesundheitsexperten die Tatsache, dass in den meisten Fällen sehr viel Fleisch und Milchprodukte auf dem Low-Carb-Speiseplan stehen. Die Langzeitfolgen seien oft nicht abzuschätzen, denn allgemein gilt hoher Fleischkonsum als sehr gesundheitsschädlich.

Kaloriensparen funktioniert immer
Was Low Carb an der Spitze der beliebtesten Diäten hält: es funktioniert. Wer sich strikt an Low-Carb-Diäten wie etwa die nach Atkins hält, wird in der Regel relativ schnell Gewicht verlieren – zumindest am Anfang. Das liegt allerdings nicht daran, dass der Körper bei einer Low-Carb-Ernährung in einen Freudentaumel gerät und die Kilos wie durch ein Wunder abwirft, sondern schlicht an einem Kaloriendefizit.

Denn es ist so: Jede Diät funktioniert, sofern man mehr Kalorien verbraucht als man zu sich nimmt. Bei Low Carb funktioniert das, indem die oft kalorienreichen Kohlenhydrate weggelassen und durch Gemüse oder Salat ersetzt werden. Es ergibt sich eine Kalorien-Einsparung, die unweigerlich zum Gewichtsverlust führt. Das große "Geheimnis" ist also keines sondern eine simple Subtraktion.

Sie wissen noch nicht, wie Low Carb funktioniert? Dann wird es Zeit, dass Sie es nachlesen:

Kohlenhydrate

Bei einer Low Carb-Ernährungsform werden Kohlenhydrate weitgehend weggelassen und durch kohlenhydratarme Alternativen ersetzt. Kartoffeln, Brot, Nudeln, Reis, Hirse, Mais, Weizen, Grünkern, Kichererbsen, Getreideflocken und Getreidemehle zählen zu den Kohlenhydraten. Aber nicht nur viele Grundnahrungsmittel sind reich an Kohlenhydraten, sondern auch Fast Food und Fertigprodukte.

Fleisch und Fisch

Grundsätzlich können alle Fleisch- und Fischsorten gegessen werden, allerdings ist bei Wurst sorgfältig auf die Inhaltsstoffe zu achten. Aus geschmacklichen Gründen ist ihr oft Zucker zugesetzt. Begriffe wie Dextrose, Maltose, Fructose, Galactose oder Saccharose sind Bezeichnungen für Zucker.

Milchprodukte

Joghurt, Topfen und Sauermilch mit einem geringen Anteil an Milchzucker können verwendet werden, Bergkäse, Ziegen- und Schafkäse eignen sich gut.

Obst & Gemüse

Eine ideale Ergänzung zu Fisch und Fleisch stellen vor allem grüne Gemüse wie Brokkoli, Spinat, Zucchini, Gurken, Kohlsorten, aber auch Tomaten und Salat dar. Wer gerne Obst isst, sollte kohlenhydratarme Sorten wie Beeren wählen. Aufgrund des hohen Zuckergehalts sollte jedoch Obst aus Konserven gemieden werden.

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