Fleischfreies Laberl

Beyond Meat: Hype um veganen Kult-Burger

Die Erfolgsstory um Beyond Meat geht vorerst weiter.

Der US-amerikanische Fleischersatz-Spezialist mit den veganen Burgern wächst nach wie vor rasant. Im zweiten Quartal legte der Umsatz im Jahresvergleich um satte 287 Prozent auf 67,3 Millionen Dollar (60,5 Mio. Euro) zu, wie Beyond Meat am Montag nach US-Börsenschluss mitteilte.

Erfolgsgeschichte

Der Hype um die kalifornische Firma, deren Fleischlaibchen wie Fleisch aussehen und schmecken, ohne welches zu enthalten, will nicht enden. "Wir glauben, dass unser positiver Schwung das wachsende Verlangen der Mainstream-Verbraucher zeigt", erklärte Vorstandschef Ethan Brown. Beyond Meat stellt Fleischalternativen auf pflanzlicher Basis her - ohne jegliche tierische Zutaten. Vor allem die veganen Burger der Firma haben für einen großen Ansturm gesorgt. Als die zuvor nur im Großhandel bei Metro verfügbaren Laibchen im Mai beim Diskonter Lidl in den Verkauf gingen, waren sie in Deutschland rasch vergriffen.

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Bill Gates investierte

Auch im US-Heimatmarkt ist der Rummel um die von Promis wie Microsoft-Mitgründer Bill Gates und Hollywood-Star Leonardo DiCaprio unterstützte Firma groß. Mit seinen Produkten liegt Beyond Meat voll im Trend einer Zeit, in der viele Menschen ihre Essensgewohnheiten überdenken und sich der ganze oder teilweise Verzicht auf Fleisch großer Beliebtheit erfreut. Hinzu kommt eine clevere Vermarktung, die statt Geschäftsinteressen Gesundheit, Tier- und Klimaschutz sowie die Rettung des Planeten angesichts schwindender Ressourcen als Mission angibt.

Kein Wunder, dass das 2009 im kalifornischen El Segundo gegründete Unternehmen nicht nur auf dem Lebensmittelmarkt für viel Aufsehen sorgt, sondern auch am Kapitalmarkt. Seit einem furiosen Börsengang Anfang Mai entwickelte sich Beyond Meat rasch auch zum Liebling der Wall Street. Viele Analysten warnen zwar schon länger vor Rückschlägen, doch bisher ist davon wenig zu sehen. Die Konkurrenz schläft aber nicht. So gibt es mit Impossible Foods einen weiteren erfolgreichen Spezialanbieter. Zudem dringen Lebensmittelriesen wie Nestle oder Tyson Foods in den Markt.

Fleischindustrie wehrt sich

Und Beyond Meat trifft nicht überall auf Gegenliebe. Zu den harmloseren Kritikern zählt die US-Fast-Food-Kette Arby's (Slogan: "Wir haben das Fleisch"). Sie drehte den Spieß Anfang Juli um und blies auf skurrile Art zum Gegenangriff - mit Gemüse aus Fleisch. Das Unternehmen verspricht eine ganz neue Essenskategorie: "Meat Vegetables" (auf Deutsch: Fleischgemüse), kurz "Megetables". Ein erstes Produkt - eine Putenbrustkarotte namens "Marrot" - hat Arby's auch schon präsentiert. Das Ganze sei auf keinen Fall nur als Witz gemeint, versicherte ein Sprecher auf Nachfrage. Dennoch kann die Attacke von Arby's wohl eher als humoristischer Seitenhieb und Versuch abgetan werden, vom Hype zu profitieren.

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Klimafreundlicher, aber nicht gesünder

Doch es gibt auch ernst zu nehmende Stimmen, die wenig angetan klingen. So weisen Ernährungsforscher darauf hin, dass Fake-Fleisch unter Gesundheitsaspekten keinen Fortschritt zum Original darstellen muss. Der Anteil von Sodium und gesättigtem Fett sei in etwa gleich, warnte etwa Diät-Coach Alissa Rumsey im US-Sender CNBC.

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